p2p – Kredite und Steuern: Einfach erklärt!

von ERKAN KARAKOC

Du fragst dich, wie Gewinne aus p2p – Geschäften versteuert werden?

Was du dazu tun musst?

Und wie du eventuell Steuern sparen kannst?

Dann ist dieser Artikel genau das Richtige für dich…

P2P Kredite und Steuern

Hier wirst du lernen, welche Maßnahmen von dir notwendig sind, um Gewinne aus p2p – Geschäften zu versteuern und wie du LEGAL deine Steuerlast senken kannst…

Ist das interessant für dich?

Dann lies hier weiter…

Zuvor aber noch ein wichtiger Hinweis:

  • Disclaimer

Bitte beachte, dass ich keine Steuerberatung erbringen darf und keine Haftung für die Korrektheit steuerlicher Angaben übernehme. Ich unterliege dem in § 5 StBerG ausgesprochenen Verbot der unbefugten Hilfeleistung in Steuersachen. Ich bitte dich daher, sich durch deinen Steuerberater oder dein zuständiges Finanzamt weitergehend beraten zu lassen. Für weitere Informationen, beachte bitte meinen Haftungsausschluss.

Kommen wir also nun zu der Frage…

Wie werden p2p – Kredite versteuert?

Zuallererst einmal solltest du verstehen, dass es in Deutschland keine eigene Steuer auf p2p – Kredite gibt.

Allerdings gelten Gewinne aus p2p – Geschäften als Zinseinkünfte.

Und diese werden mit drei Steuern besteuert:

  1. Mit der Abgeltungssteuer,
  2. dem Solidaritätszuschlag und
  3. mit der Kirchensteuer

Die Abgeltungssteuer ist eine pauschale Steuer. Ihr Steuersatz beträgt derzeit 25 %.

Der Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5% wurde zum Jahr 2021 für über 90 % der Einkommensteuerzahler abgeschafft. Gehörst du nicht dazu, kommt für dich noch der Solidaritätszuschlag hinzu – berechnet auf den Steuerbetrag.

Gegebenenfalls fällt für dich auch die Kirchensteuer an. 8% wenn du in Bayern oder Baden – Württemberg wohnst, ansonsten 9 %. Die Kirchensteuer wird ebenfalls nur auf den Steuerbetrag berechnet.

Deine STEUERLAST beträgt somit maximal 27,9%.

Alles klar, soweit zu den Steuern, die erhoben werden…

Du fragst dich jetzt was du tun musst, um Gewinne aus p2p – Krediten richtig zu versteuern?

Zwei Fälle:

1. Der Geschäftssitz der p2p – Plattform befindet sich in Deutschland

In Deutschland dürfen nur Banken Kredite vergeben.

Daraus folgt:

p2p – Plattformen aus Deutschland haben immer eine Partnerbank an ihrer Seite, welche als Kreditgeber fungiert.

Teilst du ihr deine Steuer – ID mit, leitet sie die Steuern an dein Finanzamt weiter.

That´s it.

2. Der Geschäftssitz der p2p – Plattform befindet sich außerhalb von Deutschland

Befindet sich der Geschäftssitz der p2p – Plattform im Ausland musst du in deiner Steuererklärung angeben, welche Gewinne du auf der jeweiligen Plattform erzielt hast.

Wie das geht, erkläre ich jetzt in 2 Schritten:

2 Schritte bis zu einer abgabefertigen Steuererklärung

Als aller erstes ermittelst du wieviel du im betroffenen Jahr an Zinsen verdient hast.

Ganz einfach:

Du brauchst nur eine Zinsbescheinigung aus dem Kundenkonto der p2p – Plattform herunterladen.

Wie sieht eine solche Bescheinigung aus?

Hier mal meine Zinsbescheinigung von der estnischen p2p – Plattform Estateguru aus dem Jahr 2020:

Erfolgsrechnung 2020 - Estateguru

In Schritt 2 gibst du nun den Betrag in deiner Steuerklärung an.

Genauer gesagt in Anlage KAP deiner Steuererklärung.

Und dort in der Zeile „Ausländische Kapitalerträge“:

Kapitalerträge Anlage KAP

Wenn du schon einmal eine Steuerklärung gemacht hast, wird das für dich keine große Sache sein.

Wenn du bisher noch keine Steuererklärung gemacht hast, hier noch ein Tipp:

Lass dich davon nicht abschrecken.

Denn die ausländischen Plattformen haben in den vergangenen Jahren deutlich höhere Renditen erzielt als die Inländischen.

Es lohnt sich also.

Mit der Hilfe von Steuervereinen oder Steuersoftware ist eine Steuererklärung wesentlich einfacher durchzuführen.

Viele Angebote gibt es auch unentgeltlich. Wie zum Beispiel die Ausfüllhilfe von smartsteuer.de.

Steuern sparen mit dem Sparerpauschbetrag

Wie bei Einkünften aus anderen Kapitalanlagen, gilt auch für Einkünfte aus p2p – Krediten der Sparerpauschbetrag in Höhe von 801 €/Jahr und Person (bei Ehepaaren: 1.602 Euro).

Heißt also:

Du zahlst erst dann Steuern, wenn deine gesamten Einkünfte aus Kapitalanlagen, einschließlich der Einkünfte aus p2p – Krediten, die Grenze in Höhe von 801 €/Jahr übersteigen.

Weiterer Vorteil für Geringverdiener

Ein weiterer Vorteil ergibt sich, wenn dein Einkommenssteuersatz unterhalb des Abgeltungssteuersatzes in Höhe von 25 % liegt:

In diesem Fall kannst du deine Kapitaleinkünfte mit dem Einkommensteuersatz versteuern lassen.

Du musst nur die Günstigerprüfung bei deiner Steuererklärung beantragen.

Mit dem Antrag beauftragst du das Finanzamt, zu prüfen, ob es eine steuerliche Variante gibt, bei welcher du bessergestellt bist.

Günstigerprüfung Anlage KAP

Wenn du noch Fragen zu irgendeinem Punkt hast, dann schreib mir gerne einen Kommentar weiter unten…

Und dann bleibt mir nur noch zu sagen:

Gute Kredite und volle Rendite-Fahrt voraus!

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